Aufsätze

Historische Beiträge im Deutschen Tierärzteblatt

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Ein Rundgang über den Campus am Bischofsholer Damm

Die SpaziergängerInnen und AutorInnen waren die TeilnehmerInnen des Veterinärmedizinhistorischen Seminars im SS 2004:

Kathrin Heine, Svantje Insenhöfer, Antje Jettka, Christina Köpke, Trixi Konieczny, Ruth Lindecke, René Manteuffel, Jeannette Opora, Anja Schwedhelm, Kathrin Sommer, Rebekka Wilhelm

Die Campus-Führung und Herausgabe dieses Beitrags übernahm

Johann Schäffer

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Ein Rundgang über den Campus am Bünteweg

Die SpaziergängerInnen und AutorInnen waren die TeilnehmerInnen des Veterinärmedizinhistorischen Seminars im SS 2004:

Britt von den Berg, Bettina Eifler, Sabine Hannig, Andrea Hopp, Tim Andreas Hühnerschulte, Svantje Insenhöfer, Valérie Lusch, Jeannette Opora

Die Campus-Führung und Herausgabe dieses Beitrags übernahm

Johann Schäffer

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Straßen, Plätze, Wege und Tore der Tierärztlichen Hochschule Hannover

Campus am Bischofsholer Damm

Die Wegweiserinnen und Autorinnen waren die Teilnehmerinnen des Veterinärmedizinhistorischen Seminars im SS 2006

Monica Espinosa, Bettina Friedrich, Svantje Insenhöfer, Esther Just, Iris Kiesewetter, Trixi Konieczny, Susanne Müller, Jeannette Opora, Anne Osburg, Johann Schäffer, Lena Schönbeck, Kathrin Urban … und Mathias Sielaff

Die Campus-Führung und Herausgabe dieses Beitrags übernahm

Johann Schäffer

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Am Clevertor in Hannover

„Gefangenhaus“ und Roß-Arzney-Schule

Das Gefangenhaus (x) und die Cleverthor-Wache (y) auf dem „Plan der Königlich Churfürstlichen Residenz-Stadt Hannover“ aus dem Jahr 1800. Im Plan oben (Nr. 1) die Gebäude der Veterinärschule, direkt unter der linken 1 das erste, 1778 bezogene Gebäude der Roß-Arzney-Schule, rechts die Reitbahn (s), die Reithalle (r) und die Stallungen (q) des kgl. Marstalls. (Foto: Matthias Blazek)

von

Matthias Blazek, Lindenring 32, D-29352 Adelheidsdorf, blazek2007@t-online.de

Im Jahr 1650 wurde das Clevertor am Nordrand der Langen Straße in Hannover errichtet. Man nannte es zunächst „Brühler Tor“, widmete es aber dann um, als der Bäcker Heinrich Cleve das Alter von 100 Jahren überschritt. 1780 wurde das Tor abgebrochen und im Jahr darauf auf der anderen Seite der Leine wieder aufgebaut (heute Arbeitsamt). Das Giebeldreieck der zugehörigen Clevertorwache von 1790, 1885 abgebrochen, befindet sich heute im Eingangsbereich des Arbeitsamts. Das Clevertor wurde 1859 endgültig abgerissen.

Im Stadtarchiv Hannover befindet sich noch eine Mappe mit dem Titel „Situation des Cleverthores vor der Demolition“ (Mappe VII. 23). Wilhelm Lohmann schreibt in seinem „Geschichts-Abriß und topographisches Gemälde der königlichen Haupt- und Residenz-Stadt Hannover“ (1818, S. 66):

„Das Clever Thor, in ältern Zeiten Brueler Thor genannt, weil es nach dem sogenannten Bruel führte, erhielt seinen jetzigen Namen von einem sehr alten reichen Bäcker, Namens Cleve, der an demselben wohnte und wurde da, wo es jetzt steht, im J. 1650 errichtet. In neuern Zeiten, nach Entfestigung der Stadt, wurde außer der schönen massiven statt der vorherigen Aufzugs-Brücke, auch die schöne neue Wache i. J. 1791. hier erbauet. – Aus diesem Thore geht die Hauptpassage nach Herrenhausen und über Neustadt und Nienburg nach Osnabrück und den übrigen westphäl. Provinzen, wie auch nach Bremen.“
„Brühler Thor führete nach dem vor der Stadt belegenen Brühl, welches einen wüste liegenden Ort bezeichnet; jetzt Cleverthor, also benannt von einem daselbst wohnhaft gewesenen Bäcker, Namens Heinrich Cleve, welcher über 100 Jahre alt geworden“, wusste zuvor der Kommandeur der westfälischen Krone Christian Ludwig Albrecht Patje 1817 zu berichten („Wie war Hannover?“, S. 93).[nbsp]

Mit 26 Schülern begann der Oberhofrossarzt Johann Adam Kersting (1727-1784) im Sommer 1778 in einem ungenutzten Gebäude einer Militärbäckerei am Clevertor den Unterricht an der „Roß-Arzney-Schule“ (der heutigen Tierärztlichen Hochschule Hannover). Aus der Zeit um 1830 datiert eine kolorierte Lithographie von Fr. Aug. Schmidt, die das Militärlazarett vor dem Clevertor zeigt. Sie ist abgedruckt in den Hannoverschen Geschichtsblättern Neue Folge, Band 13/1960.

Prominente Inhaftierte waren Oberjägermeister v. Moltke, dessen Fluchtversuch missglückte, der Advokat Friedrich Weinhagen aus Hildesheim (drei Monate Untersuchungshaft), der Schauspiel-Directeur Gustav Friedrich Wilhelm Großmann und der Hamburgische Schriftsteller J. H. Chr. Gittermann, der am 7. März 1852 von Bremen zum „Gefangenhaus am Clever Thor“ verlegt und dort für acht Wochen inhaftiert wurde. [Quelle: Hans Schröder, Lexikon der Hamburgischen Schriftsteller bis zur Gegenwart, 1854, S. 500.]

Bereits der Schriftsteller Heinrich Christian Boie und Luise Mejer sprachen in ihrem bekannten Briefwechsel der Jahre 1777-85 von dem hannoverschen Gefängnis, das am Clevertor lag.

1799 wurde im Clevertorgefängnis jemand vor Zuschauern gefoltert.

Mittels Fallschwert wurde dort der Dienstknecht Friedrich August Dieckröger am 14. Oktober 1862 vom Leben zum Tode gebracht. Damals lautete die genaue Bezeichnung „Clevertor-Gefangenhaus“. [Quelle: Stadtarchiv Celle L10 831]

Dieser Beitrag ergänzt die Seiten 43 und 44 der Publikation auf dieser Homepage „So geht´s lang … Straßen, Plätze, Wege und Tore der TiHo Hannover“ (Hrsg. Johann Schäffer 2007).

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Johann Ludwig Janson (1849-1914)

Professor für Veterinär-Wissenschaften (of Veterinary Science) in Tokyo (1880-1902)

Johann Ludwig Janson

von

Priv.-Doz. Dr. Alexander Kast, Dr. Gebauer-Str. 33, 55411 Bingen, PDDrAKAST@t-online.de

Zusammenfassung
Unter den deutschen Pionieren der westlichen Medizin (8, 12) im Japan der Meiji-Zeit (1868-1912) ist der Amtstierarzt Johann Ludwig Janson (1849-1914) sicher einer der bedeutendsten. Im Oktober 1880 trifft er in Tokyo ein und unterrichtet an der Veterinärschule im kaiserlichen Gestüt zu Komaba. Während seiner Tätigkeit wird die Lehranstalt in Komaba in die landwirtschaftliche Fakultät der staatlichen Universität Tokyo integriert. Zahlreiche seiner Schüler haben bei ihm die Approbation erlangt und hohe Staatsämter bekleidet. Von seinen Publikationen verdienen die über Haustiere und Tierheilkunde in Japan besondere Beachtung. Er heiratet eine Japanerin und setzt seine Lehrtätigkeit in Komaba bis zum Jahre 1902 fort. Seine letzte Ruhestätte findet er in Kagoshima, der Heimat seiner Frau. Janson gilt bei den Japanern bis heute als der Begründer ihrer modernen Veterinärmedizin.

Summary
Among the German pioneers of Western medicine (8, 12) in Japan during the Meiji-Period (1868-1912), the veterinary officer Johann Ludwig Janson (1849-1914) is one of the most important. He arrives in Tokyo in October 1880 and has been teaching at the Veterinary School in the Royal Stud in Komaba. During his activities, the school in Komaba has been integrated into the Agricultural Faculty of the Royal University Tokyo. Numerous of his students have achieved approbation and occupied high public offices. Among his public-cations those about domestic animals and veterinary medicine in Japan deserve special attention. He marries a Japanese woman and continues his duty in Komaba until the year 1902. His last resting-place he finds in Kagoshima, native place of his wife. Until today, Janson is considered by the Japanese as the founder of their modern veterinary medicine.

Schlüsselwörter /Klicks Keywords

Geschichte der Deutsch-Japanischen Medizin, 19. Jh., Johann Ludwig Janson, Amtstierarzt, Kaiserliche Universität Tokyo; History of German Japanese Medicine, 19th century, veterinary officer, Royal University Tokyo

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